
Franz Kalowski, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons
Gut Schwede
Das Gut Schwede ist der einzige Adelshof in der Gemeinde Cappeln.
Das Gut Schwede ist der einzige Adelshof in der Gemeinde Cappeln. Die erste Burg des Gutes lag wohl etwas weiter südlich der heutigen Gutsstelle, genaue Aufzeichnungen über Erbauer und Erbauungszeit sind leider über dieses nicht mehr bekannt.
Geschichte
1534 wird erstmals Dirick van Lutten als Besitzer erwähnt. Da zwischen 1421 bis 1455 Roleff van Lutten Drost zu Cloppenburg war darf man annehmen, dass auch dieser bereits auf dem Gut gelebt hat. Ob auch dieser der Erbauer ist, kann man nicht genau sagen.
Ursprünglich lagen dort 2 Höfe, in Mitten dieser wurden 1735 von Johann Friedrich von Milckau auf einer "6 Scheffelsaat" großen künstlichen Insel die Gutsgebäude errichtet. Die künstliche Insel ist umgeben von einer 9 - 16 m großen Gräfte.
Als 1770 der Besitzer Joachim Friedrich von Milckau starb, war sein Erbe Adam Friedrich gerade einmal 4 Jahre alt. Während seiner Minderjährigkeit übernahm Pfarrer Grotendiek die Verwaltung über das Gut.
Nachdem Adam Friedrich die Großjährigkeit erreichte, lebte dieser weit über seine Verhältnisse hinaus. Er kaufte sich teure, wohlklingende Titel, ließ sich Domherr von Colberg und Walbeck, Königlich Preußischer Kammerherr- und Ordensmarschall nennen.
Zudem nahm er 12.000 Taler Schuld auf, um sich für 38.000 Taler das Gut Stedingsmühlen zu kaufen. Diesen Kauf machte er später für 6.000 Taler Reuegeld rückgängig.
In diesem größenwahnsinnigen Rausch riss er das Herrenhaus auf Schwede ab und ersetzte es durch einen seinem Maßstäben entsprechenden. Da ihm jedoch beim Bau die Mittel ausgingen, musste er während seines Aufenthalts auf Schwede im Häuschen an der Zugbrücke schlafen.
Da er immer weiter verarmte lebte er zuletzt völlig veramt in einem Wirtshaus in Dresden, wo er auch 1794 starb.
1797 wurde das Gut auf der Ratsstube zu Münster an Adolf von der Decken verkauft. Doch auch diesem scheint das Geldglück verloren zu haben, sodass er 1815 das Gut an den Kammerherrn von Frydag auf Gut Daren verkaufen musste.
Udo von Frydag bewirtschaftete das Gut zunächst selbst, sein Sohn Georg Wilhelm verpachetete anschließend.
Am 20. März 1980 verkaufte Georg Wilhelm von Frydag das Gut an Reinhard Hinterding..
Am 1. April 1991 kaufte der Fabrikant Rump aus Quakenbrück die Gutsgebäude und errichtete diese verbunden mit einem hohen Kostenaufwand neu.
Die übergebliebenen Ackerflächen von etwa 65 ha sind verpachtet.
Baudaten
- Erbaut
- 15. Jahrhundert
- Zuletzt saniert
- 21. Jahrhundert
- Architekt
- Van Lutten / Von Milckau
Bilder
Südwest Ansicht
Gut zu wissen
- Die Gutsgebäude sind nicht für die Öffentlichkeit zugänglich
- Da die Einfahrt ein Privatweg ist, ist der Gutshof nur mit dem Fahrrad oder zu Fuß erreichbar